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Fachveranstaltung: „Neutrale Jugendarbeit!? Das Politische im Pädagogischen der OKJA“

Termin: 26.02.2021 Uhrzeit: 10 bis 14 Uhr Ort: Videokonferenz über Zoom Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen bis zum 22.2.21 unter info@vkjhh.de

Politische Bildnerinnen und Bildner brauchen Rückhalt, Schutz und Stärkung

Politische Bildung ist in den letzten Jahren zu einem umkämpften Politikfeld geworden. Unter dem Stichwort der Forderung nach ,Neutralität‘ werden formale wie non-formale Angebote politischer Bildung, die öffentlich gefördert sind, infrage gestellt, Träger werden als ,linksextremistisch‘ diskreditiert und sogar persönliche Angriffe auf einzelne Akteurinnen und Akteure sind keine Ausnahme mehr. Die Kommission hat festgestellt, dass politische Bildung entsprechend der substanziellen Dimension von Demokratie nicht neutral ist und nicht neutral sein kann. Sie fordert die politisch Verantwortlichen daher auf, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Akteure politischer (Jugend-)Bildung vor Delegitimierung ihrer Arbeit, die bei den zivilgesellschaftlichen Akteuren stets mit der Angst vor dem Verlust von öffentlicher Förderung einhergeht, zu schützen. Die Akteure der politischen Bildung brauchen die Unterstützung von politisch Verantwortlichen und ein deutliches, sicht- und hörbares Bekenntnis, dass eine auf Demokratie und Menschenrechte gründende politische Bildung unverzichtbar ist.“ (Deutscher Bundestag 2020, 16. Kinder- und Jugendbericht)

Anlässlich einer von der Sozialbehörde in Hamburg gemeinsam mit der Bundesfachstelle „Linke Militanz“ durchgeführten Fragebogenerhebung „extremer Haltungen“ in der OKJA und der darauf folgenden Online-Veranstaltung „Linke Militanz – Bedarfe und Möglichkeiten der OKJA“ formierte sich Widerspruch im Arbeitsfeld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Jugendsozialarbeit und der politischen Bildung. Dabei stehen vor allem die Themensetzung, die Gleichsetzung linker und rechter Politik sowie der Instrumentalisierungsversuch des Arbeitsbereichs für ordnungspolitische Zwecke im Mittelpunkt der Kritik.

Die Prinzipien der Offenheit, Parteilichkeit, Freiwilligkeit, Beteiligung, Akzeptanz, Niedrigschwelligkeit und Verschwiegenheit sind grundlegend für die Arbeit der OKJA im Gemeinwesen. Der an den Menschenrechten orientierte Auftrag der politischen und Demokratiebildung der OKJA kann nicht neutral sein gegenüber Rassismus, Sexismus, Trans- und Homofeindlichkeit, Antisemitismus, Antiziganismus, Fundamentalismus, Klassismus und anderen sozialen Ausgrenzungs- und Ungleichheitsmechanismen. Nimmt die OKJA diesen Auftrag und ihre Rolle als parteiliche und anwaltschaftliche Interessenvertretung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien ernst, so kann sie gar nicht anders, als sich politisch zu positionieren: gegen Armut und ungleiche Lebensverhältnisse und für die kooperative Bestimmung gesellschaftlicher Entwicklung.

Aufgrund ihrer Grundprinzipien gerät auch die OKJA zunehmend in den Fokus rechter Einflussnahme und Angriffe. Belegbar ist dies bspw. anhand einer aktuellen Studie zu politischen Interventionen der AfD im Arbeitsfeld der OKJA. Ziel der Angriffe von rechts sind die Demokratie, Partizipation, Emanzipation, die offene Gesellschaft und der gesellschaftliche Zusammenhalt. Hierbei wird sich im Wesentlichen auf die Forderung nach ‚Neutralität‘ und ein sicherheitsbehördliches Extremismusverständnis bezogen.

Gemeinsam wollen wir die Strategien und Absichten der „neuen Rechten“ analysieren, die Rolle beteiligter staatlicher Institutionen und die Entwicklung in Hamburg einordnen sowie Gegenstrategien der offenen Arbeit diskutieren. Für eine offensive, politisch aktive, unabhängige Kinder- und Jugendarbeit, die Wahrung der Rechte von Kindern und Jugendlichen und die Notwendigkeit einer antifaschistischen Bildungsarbeit.

Entschlossen offene Arbeit: Extrem wichtig! Hamburger Sozialbehörde richtet ihren Blick in Zeiten rechten Terrors nach links“Kathi Zeiger und Christoffer Bethmann (Interessenvertretung Offene Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien, IVOA Hamburg)

Der politische Kern der OKJA – ein gesetzlicher Auftrag, der nicht neutral zu machen ist“ Moritz Schwerthelm (Universität Hamburg, Sozialpädagogik)

Die OKJA als Ziel politischer Angriffe und Funktionalisierungen im Dienste der Prävention“ Dr. Nils Schuhmacher (Universität Hamburg, Kriminologische Sozialforschung)

Hier der Veranstaltungs-Text als PDF

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