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Forderungspapier der AG Tarif der IVOA


Das Arbeitsfeld der Offenen Arbeit in Hamburg ist nicht nur aufgrund der vielen tollen Einrichtungen
der Hansestadt vielfältig, groß und aufregend, sondern auch durch die beteiligten Menschen sowie die abwechslungsreichen Aufgaben und Tätigkeiten. Die unterschiedlichen Angebote sind für alle offen, die daran teilnehmen möchten.


In der Offenen Arbeit stehen die Menschen im Mittelpunkt, doch neben der Beziehungsarbeit
gehören ebenso die Freiwilligkeit, der offene, niedrigschwellige Zugang sowie Selbst- und
Mitbestimmung zu den wichtigen Prinzipien. Die Beteiligung und Stärkung unserer Nutzer*innen
sowie informelle Bildungsangebote und Räume zum Erproben bilden den Kern der Arbeit mit jungen
Menschen, auch aus gesellschaftlichen und ökonomisch benachteiligten Situationen sowie mit
Traumatisierungen oder in sozialer Isolation. Kontinuität, Verlässlichkeit und vertrauensvolle
Beziehungen sind essenziell.


Im SGB VIII §11 (3) sind die folgenden Schwerpunkte der Jugendarbeit aufgelistet, für die
entsprechende Angebote zur Verfügung zu stellen sind: 1. außerschulische Jugendbildung mit
allgemeiner, politischer, sozialer, gesundheitlicher, kultureller, naturkundlicher und technischer
Bildung, 2. Jugendarbeit in Sport, Spiel und Geselligkeit, 3. arbeitswelt-, schul- und familienbezogene
Jugendarbeit, 4. internationale Jugendarbeit, 5. Kinder- und Jugenderholung, 6. Jugendberatung.
Zusätzlich zum gesetzlich formulierten Auftrag erfährt unser Arbeitsfeld seit längerer Zeit eine stete
Wandlung und es sind immer mehr Aufgaben und Tätigkeiten hinzugekommen.

Zu den Tätigkeiten gehören unter anderem:

  • Konzeption und strategische Weiterentwicklung von Angeboten
  • Organisation und Verwaltungsaufgaben in der Einrichtung
  • Antragsstellung, Verwendungsnachweise & Berichtswesen
  • Beteiligung an Veranstaltungen und Fachgremien
  • Aufbau von Netzwerken und Kooperationen
  • Einwerben zusätzlicher finanzieller Mittel
  • Anleitung von Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen
  • Durchführung der Angebote und Projekte und Sicherung der Öffnungszeiten
  • außerschulische Bildungsarbeit zu verschiedenen Themenfeldern z.B. Sucht, Inklusion,
    Rassismus, Gender, Berufsorientierung, etc.
  • Ganztagskooperationen organisieren und durchführen
  • Ferien- & Freizeitangebote und Ferienfahrten
  • Internationale Jugendarbeit
  • Beratung, Einzelfallhilfe, Krisenintervention, Abwenden von Kindeswohlgefährdung,
    Übergangsberatung
  • Präventionsarbeit

Während der Corona-Pandemie hat sich nochmals die Wichtigkeit dieses Arbeitsfeldes in seiner
ganzen Bedeutung für Kinder, Jugendliche und ihre Familien bewiesen. Die Einrichtungen wurden
unter widrigen Umständen offengehalten und wiederholt kompensiert, was andere öffentliche
Einrichtungen wie zum Beispiel die Schulen nicht leisten konnten.


Die Arbeitsbedingungen werden seit Jahren immer schlechter. Die strukturelle Unterfinanzierung
der Offenen Arbeit, der unzureichende Personalschlüssel in den Einrichtungen, der erhöhte
Verwaltungsaufwand zum Beispiel bei der Zuwendungsbeantragung und der der fehlende Ausbau
der Einrichtungsinfrastruktur legen darüber ein beredtes Zeugnis ab. Die Anforderungen, die an die
Arbeit gestellt werden, werden immer umfassender –
Kinderschutz, Sozialraumorientierung,
Digitalisierung, politische Bildung, Bildung, wachsende Stadt, Kooperationen, Mittelbeschaffungen,
Dokumentationen usw.


Dies sind unsere Forderungen für die aktuellen Verhandlungen an die Gewerkschaften und
Arbeitgeber*innenseite:
– Wir fordern die Auszahlung des Corona-Bonus an ALLE Beschäftigten, der aus zusätzlichen
Mitteln und nicht aus der aktuellen Rahmenzuweisung finanziert werden soll
– Wir fordern die Aufstockung der bezirklichen Rahmenzuweisung für eine auskömmlich
finanzierte Arbeit und für den Ausbau der Offenen Arbeit in der wachsenden Stadt
– Wir fordern mindestens zwei Vollzeitstellen pro Einrichtung
– Wir fordern Qualitätskriterien und Mindeststandards für die Offene Arbeit
– Wir fordern eine Anpassung der Stufenlaufzeiten für die SuE-Tabelle
– Wir fordern den Stufenerhalt bei Jobwechsel und bei Höhergruppierung
– Wir fordern, die Corona Mehrkosten nicht im sozialen Bereich und bei der öffentlichen
Infrastruktur einzusparen! Gerade die Pandemie zeigt, wie unerlässlich die Bereitstellung
öffentlicher Leistungen unabhängig von Kassenlage und politischer Lobbyarbeit ist.
– Wir fordern die Gewerkschaften dazu auf, die Tätigkeitsmerkmale des SuE zu aktualisieren
und darin die Offene Arbeit angemessen zu berücksichtigen
– Wir fordern die Gewerkschaften dazu auf, um mehr als 5% Tarifsteigerungen zu verhandeln,
auch in Hinsicht auf die Inflationsrate
– Wir fordern eine Hamburg-Zulage für alle Beschäftigten des SuE und TV-L
– Wir fordern eine Verbesserung der Ausbildungsbedingungen, um dem Fachkräftemangel
entgegenzuwirken
– Wir fordern, dass die Offene Arbeit explizit mitgedacht wird und entsprechen eine
Aufwertung der Arbeit

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