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AufRecht bestehen!

AufRecht

Ratschlag zur Verteidigung sozialer Grundrechte
am Mittwoch, den 13.04.2016
von 17.00 bis 21.00 Uhr

Cafeteria der Stadtteilschule St. Pauli, Bernhard-Nocht-Str. 12
Veranstalter_innen: 
Arbeitskreis  Kritische  Soziale Arbeit  Hamburg; Hamburger Netzwerk SGB II; Flüchtlingsrat Hamburg

Politische und soziale Grundrechte, wie sie seit 50 Jahren in der UN Grundrechte-Charta  verankert  sind,  gelten  im  Selbstverständnis unserer modernen Gesellschaft als garantiert. Dennoch wird die Inanspruchnahme  sozialer  Rechte  politisch  zunehmend  an  Bedingungen und  Pflichten  geknüpft.  Die  Forderung,  dass  Menschen,  die  sozialstaatliche Hilfe und Leistungen in Anspruch nehmen, sich im Rahmen disziplinarischer und autoritärer Normen bewähren sollen, mutiert zum gesellschaftlichen Konsens. Hierzu einige Beispiele:

  •   Wer  auf  Hartz  IV  angewiesen  ist,  muss  sich  zu  jeder  vom  Amt verordneten  Arbeit  bereitfinden,  ist  von  der  Streichung  des Existenzminimum  bedroht  oder  darf  ohne  die  Einwilligung  vom Amt nicht von zu Hause ausziehen.
  •   Wer  als  Jugendliche_r  in  die  Heimerziehung  kommt,  hat  sich oft einem  Reglement  zu  unterwerfen,  das  soziale  Kontakte  und Ausgangszeiten einschränkt. Mangelnde Anpassung gilt als nicht zu tolerierender Widerstand, der gebrochen werden muss.
  •   Wer  Drogen  gebraucht  und  auf  alltägliche  Überlebenshilfe angewiesen  ist,  bekommt  diese  häufig  nur,  wenn  er  oder  sie Entzugswilligkeit zeigt oder vortäuscht.
  •   Wer  in  der  Psychatrie  auf  qualifizierte  therapeutische  Hilfe  hofft, muss  sich  damit  abfinden,  eher  mit  Medikamenten  ruhig  gestellt zu werden, weil das Personal fehlt.
  •   Wer als Geflüchtete_r aus dem falschen Land kommt, muss damit rechnen als Wirtschaftsflüchtling stigmatisiert, von Sozialleistungen ausgeschlossen und zur „freiwilligen“  Ausreise gedrängt zu werden.

Gegen die Aushöhlung bürgerlicher und sozialer Grundrechte und die Akzeptanz  repressiver  pädagogischer  Konzepte  in  der  Verwaltungspraxis wie in der Sozialen Arbeit müssen wir für ein emanzipatorisches Menschenbild, humane Werte und soziales Fachwissen eintreten.

Der Ratschlag lädt alle sozialpolitisch Interessierten und Aktiven ein,  sich  über  die  Situation  in  den  verschiedenen  sozialen Bereichen  auszutauschen  und  politische  Handlungsmöglichkeiten auszuloten.

Nach kurzen Inputs aus den Bereichen SGB II, Jugendhilfe, Flucht und Migration,  Drogenhilfe  und  Psychiatrie  werden  wir  in  themenübergreifende  Gruppen  die Analysen  und  Forderungen  diskutieren.  Diese können  wir  dann  am  Tag  darauf gemeinsam  laut  und  bunt  auf  die Straße tragen.

Für einen Abendimbiss wird gesorgt.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Kundgebung und Straßenaktion:
AufRecht bestehen !
Do, 14.4.16 um 17 Uhr
Spitaler Straße / Mönckebrunnen

Hier der Flyer: Ratschlag AufRecht bestehen_aktuell

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